VOR- UND NACH BEHANDLUNG

GLASPERLSTRAHLEN

Mit Druck werden geeignete Strahlmittel auf die Oberfläche des Werkstücks geblasen. Der Prozess dient dazu, die Oberfläche von Rost, Farbresten oder Graten zu befreien - auch eine Aufrauhung kann erreicht werden.  Das Sandstrahlen ist ein abtragendes Verfahren. Die Strahlmittel werden auf den Anwendungsfall individuell abgestimmt. Zum Einsatz kommen Glasperlen oder Korund.



GLEITSCHLEIFEN / TROWALISIEREN

Unter Gleitschleifen versteht man Fertigungsverfahren zur Bearbeitung von Oberflächen, bei denen die zu bearbeitenden Werkstücke zusammen mit Schleifkörpern und meist einem Zusatzmittel in wässriger Lösung (Compound) als Schüttgut in einen Behälter gegeben werden, der in eine oszilierende und rotierende Bewegung gebracht wird. Die dabei entstehenden Reibungsbewegungen sorgen auf den Oberflächen für die gewünschten Effekte. Selbstverständlich ist es auch möglich das Gleitschleifen mit einer nachfolgenden Beschichtung direkt zu kombinieren.

 

Vibrationsgleitschleifen:

Große Vibratoren versetzen den gesamten Inhalt in Schwingungen und ermöglichen so auch die Bearbeitung schwerer beziehungsweise großer Werkstücke, die beim Trommel- und Fliehkraftschleifen im Gemenge unten liegen bleiben, sich verhaken oder im Behälter aufstoßen würden. Der Anwendungsbereich geht vom aggressives Entgraten und Kantenverrunden bis zum Hochglanzpolieren von hochempfindlichen Teilen. Wir besitzen Schneckentrowalisieranlagen, die sehr schonend auf die Werkstückkanten wirken.



TAMPONBESCHICHTUNG

Sonderverfahren der Galvanotechnik

 

Der Begriff Tampongalvanisieren bezeichnet ein Verfahren zum partiellen elektrochemischen Beschichten elektrisch leitender Werkstoffe. Es handelt sich hierbei um einen galvanischen Metallauftrag, der jedoch nicht in einem galvanischen Bad erfolgt. Das Tamponverfahren ist eine Verfahrenstechnik, welche galvanische Schichten ermöglicht, ohne dass das zu beschichtende Teil in ein Bad getaucht werden muss.

 

Eigenschaften:

  • Mit dem Tamponverfahren lassen sich dekorative und funktionelle
    Schichten abscheiden, welche höchsten Ansprüche genügen.
  • Teile jeglicher Art lassen sich sowohl partiell oder vollflächig beschichten
  • komplexe Geometrien lassen sich schnell und einfach selektiv beschichten
  • für Neubeschichtungen und Reparaturen gleichermaßen gut geeignet
  • nahezu alle Metalle können abgeschieden werden
  • funktionelle und dekorative Schichten sind möglich
  • Kantenaufbau, im Gegensatz zur Badgalvanik, nicht oder nur minimal gegeben
  • keine Wasserstoffversprödung
  • durch mobile Technologie Vorort durchführbar
  • Beschichtung von Einzelteilen stellt keine Probleme dar


TEMPERN / WASSERSTOFFENTSPRÖDEN

Beim so genannten Tempern wird das Material mit Hilfe eines Ofens, über einen längeren Zeitraum erhitzt, um z.B. die Verteilung mechanischer Spannungen zu kontrollieren oder die Struktur eines Festkörpers zu ändern, d.h. beispielsweise das Gefüge von Gussmaterialien zu verändern.

 

Eine Wasserstoffversprödung kann im Reinigungsprozess entstehen. Beim Beizen in Säure wird Wasserstoff frei, welcher sich in das Metallgefüge einlagert. Dieser Wasserstoff diffundiert im Laufe der Zeit in das Materialinnere ein. Dadurch wird das Metallgefüge instabil. Das Material kann bei Belastung brechen. Um einen eventuellen Sprödbruch zu verhindern, wird nach dem Galvanisieren eine Warmauslagerung (Tempern) durchgeführt. Bei diesem Temperprozess wird durch Erwärmung auf Temperaturen zwischen 180°C und 230°C (je nach Härtegrad des zu tempernden Materials) der sich im Material befindliche Wasserstoff ausgetrieben.

 

Eigenschaften:

  • Verhinderung von Sprödbrüchen
  • Im Allgemeinen keine Veränderung der Grundmaterialeigenschaften

 

Anwendungsgebiete:

  • Befestigungstechnik
  • Beschlagstechnik
  • Stark mechanisch belastete Teile